Notizen zum Sound

Phonk machen: dein erster Beat, Bass und Cowbell

Baue einen Übungsloop im Musikeditor: 16 Drum-Schritte, eine kurze Basslinie und deine eigene Melodie. Ein Pattern, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung und Prüfungen helfen dir, ohne das Kopieren fremder Tracks zu lernen.

Übungsraster für einen Takt: getrennte Zeilen für Kick, Snare, Hi-Hat und vier Melodienoten, aufgeteilt in vier Zählzeiten.
Notizen & Inhalt

Hörnotizen

  • Mach zunächst die vier Ebenen unterscheidbar. Füge dann Dichte hinzu.
  • Cowbell, Bass und Drums erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
  • Das Übungspattern ist ein Ausgangspunkt, kein verbindliches Phonk-Rezept.

Du möchtest deinen ersten Phonk-Track machen, doch dein Editor empfängt dich mit hundert Instrumenten? Fang mit einem kleinen Loop an. Die Drums geben das Pattern vor, der Bass liefert tiefe Töne, und eine kurze Melodie verbindet die Wiederholungen. In dieser Phase zählt das hörbare Zusammenspiel der Ebenen mehr als eine Ansammlung von Effekten.

Hier folgt ein Übungsbeispiel für einen Editor mit Step-Sequencer oder Pianorolle. Du kannst es mit deinen eigenen Sounds nachbauen. Es ist weder die Transkription eines bekannten Hits noch eine allgemeingültige Genreformel: Wenn deine erste Version funktioniert, ändere Pattern, Klangfarbe und Akzente.

Vier Sounds und ein Raster vorbereiten

Wähle eine Kickdrum, eine Snare oder einen Clap, eine geschlossene Hi-Hat und einen kurzen melodischen Sound. Für die Melodie kannst du eine synthetisierte Cowbell ausprobieren. Die technischen Daten der Roland TR-808 führen Cowbell und Bassdrum als getrennte Instrumente auf: Der metallisch klingende Schlag und der tiefe Trommelschlag sind nicht dasselbe. [1] [3]

Stelle die Taktart auf 4/4 und teile einen Takt in 16 gleiche Schritte, vier pro Zählzeit. Beginne die Übung bei 120 BPM: Ein Takt dauert dann zwei Sekunden. Das ist eine praktische Einstellung für das Beispiel, nicht die „richtige BPM-Zahl für Phonk“. Zum Zählen in Half-Time und Double-Time gibt es außerdem unseren BPM-Tap-Zähler. [2]

Nutze Sounds, deren Bedingungen du verstehst: eigene Synthese oder eine Bibliothek mit passender Erlaubnis. Ein Sample im Internet zu finden bedeutet nicht, dass du es veröffentlichen darfst. Für diese Übung brauchst du keine fremde Gesangsaufnahme. [6]

Die Drums auf 16 Schritten aufbauen

Zähle die Schritte von 1 bis 16. Setze die Kick auf 1, 7 und 11, die Snare auf 5 und 13 und die geschlossene Hi-Hat auf 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13 und 15. Die Schritte 1, 5, 9 und 13 markieren den Anfang der vier Zählzeiten. So erhältst du ein konkretes Pattern, das du prüfen und anschließend verändern kannst. [3]

Hör mehrere Wiederholungen an. Beginne nur mit Kick und Snare und nimm danach die Hi-Hat wieder dazu. Mache einige Hi-Hat-Schläge über die Anschlagstärke oder den Pegel einzelner Schritte leiser. Erschwert ein zusätzlicher Sound das Hören des Grundpulses, entferne ihn vorübergehend und vergleiche erneut.

Nicht jeder Phonk-Track verwendet dieses Snare- oder Kick-Pattern. Unser Raster ist eine kurze Übung zum Unterscheiden der Drum-Aufgaben. Probiere Synkopen und andere Akzentmuster aus, sobald sich deine erste Version ohne unbeabsichtigte Lücken wiederholt.

Baue das Pattern in deinem Editor nach.

Ein 4/4-Takt, unterteilt in Sechzehntelnoten. Senkrechte Linien markieren den Beginn jeder Zählzeit; ein Punkt steht für einen leeren Schritt, ein Kreis für einen Drum-Schlag und ein Buchstabe für eine Note.

Übungsraster. 120 BPM ist das für dieses Beispiel gewählte Tempo.
Ebene12345678910111213141516
Kick●·····●···●·····
Snare····●·······●···
Hi-hat●·●·●·●·●·●·●·●·
MelodieA··C····D··C····
Verwende kurze Melodienoten und einen separat gestimmten Bass. Dieses Raster spielt auf dieser Seite kein Audio ab.

Eine kurze Cowbell-Melodie hinzufügen

Setze in der Melodiezeile A, C, D und C auf die Schritte 1, 4, 9 und 12. Wähle eine angenehme Lage und kurze Notenlängen. Diese Töne gehören zu a-Moll, das keine Kreuze oder Bs als Vorzeichen hat; hier sind sie einfaches Übungsmaterial, keine Genreregel. [4]

Wenn du ein Sample verwendest, ermittle seine ursprüngliche Tonhöhe und stimme das Instrument, bevor du Noten eingibst. Ein Notenname in der Pianorolle garantiert allein nicht, dass der Ausgangssound richtig gestimmt ist. Prüfe bei einem Synthesizer die Oszillatorstimmung und die Hüllkurve.

Kopiere den Takt und entferne bei der zweiten Wiederholung die letzte Note. Vergleiche beide Versionen. Manchmal hebt eine Pause die Rückkehr der Melodie stärker hervor als ein weiterer Effekt. Cowbell ist eine mögliche Klangfarbe; du kannst das Melodiepattern auch auf einem anderen Instrument spielen.

Bass und Kick voneinander trennen

Füge ein eigenes Bassinstrument hinzu. Probiere zunächst zwei tiefe A-Noten auf der ersten und dritten Zählzeit aus: Schritte 1 und 9. Kürze die Noten, damit sie sich nicht ungewollt überlappen. Der Bass muss nicht jeden Kick-Schlag doppeln.

Vergleiche bei gleichbleibender Lautstärke drei Zustände: Kick allein, Bass allein, dann beide zusammen. Werden die Tiefen undeutlicher, prüfe zuerst Notenlängen, Basstonhöhe und Pegel. Versuche nicht, alles durch Anheben tiefer Frequenzen auszugleichen.

Sidechain-Kompression kann den Bass bei einem Kick-Schlag kurz absenken. Sie ist jedoch ein Werkzeug für ein bestimmtes Problem und kein verpflichtender „Phonk machen“-Knopf. Finde zuerst heraus, wo und warum sich die beiden Ebenen in die Quere kommen. [5]

Aus dem Loop ein kurzes Arrangement machen

Erstelle acht Takte: Lass in den ersten zwei die Melodie und eine leise Hi-Hat stehen, ergänze in den nächsten vier das vollständige Drum-Pattern und den Bass und entferne in den letzten zwei eine Ebene oder ändere das Melodieende. Bei konstanten 120 BPM im 4/4-Takt dauern acht Takte 16 Sekunden.

Das ist ein Übungsarrangement, kein Versprechen eines veröffentlichungsfertigen Tracks. Hör Anfang, Mitte und Ende einzeln an. Kannst du die Veränderungen hören? Passt hier ein Übergang hin? Darauf aufbauend kannst du Kontrast, Wiederholung und die Rückkehr des Themas entwickeln, statt endlos Spuren hinzuzufügen.

Mit klarer Absicht Charakter hinzufügen

Sättigung und Verzerrung verändern die Klangfarbe; Hall vermittelt Raum. Bearbeite für den ersten Vergleich jeweils nur eine Ebene und gleiche die wahrgenommene Lautstärke der bearbeiteten und der ursprünglichen Version an. Lauter passt nicht zwangsläufig besser zur Musik. [5]

Prüfe das Ergebnis bei mäßiger Lautstärke und auf einem zweiten Gerät. Ein kleiner Lautsprecher gibt manche tiefen Frequenzen möglicherweise nicht deutlich wieder; das ist kein Grund, den Bass immer weiter anzuheben. Kehre zu Melodie und Rhythmus zurück: Behält der Loop seinen Charakter auch ohne starken Subwoofer?

Speichere vor weiteren Experimenten das ursprüngliche Projekt und eine separate neue Version. Wenn du veröffentlichen möchtest, prüfe die Rechte für jeden verwendeten Sound und jede Aufnahme einzeln. Die Bedingungen unserer Sammlung für Video-Creator gelten für bestimmte fertige Tracks und machen daraus kein Sample-Pack. [6]

Was du als Nächstes hören kannst

Spiele RESURGE ab und verfolge die Änderungen der Dichte, die Pausen und die Rückkehr musikalischer Phrasen. Geh dann zu deinem Loop zurück und benenne eine Änderung, die du ausprobieren möchtest. Durch Zuhören kannst du lernen, ohne fremde Melodien, Vocals oder fertige Aufnahmen zu kopieren.

Wenn du gerade eine fertige Tonspur für ein Video suchst, statt einen Beat zu bauen, öffne unsere Sammlung für Creator: Dort findest du vollständige MP3s, Download-Buttons und die Nutzungsbedingungen jeder Sammlung.

Quellen & weitere Lektüre

  1. Roland — TR-808: technische Datensupport.roland.com
  2. Ableton Learning Music — Beat und Tempolearningmusic.ableton.com
  3. Ableton Learning Music — Was sind das für Sounds?learningmusic.ableton.com
  4. Ableton Learning Music — Molltonleiternlearningmusic.ableton.com
  5. Ableton Live 12 — Compressor, Saturator, Reverbableton.com
  6. YouTube — Häufige Irrtümer zum Urheberrechtsupport.google.com
  7. NO LIMITS PHONK — BPM und Tap-Temponolimitsphonk.com
  8. NO LIMITS PHONK — Phonk für Videos und Nutzungsbedingungennolimitsphonk.com

Weiterhören

Nimm ein Detail aus dem Artikel mit ins nächste Hören: eine Bassphrase, eine Pause oder die Art, wie eine Melodie zurückkehrt.

Musik entdecken